DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke und Servicehaus Stemwede als Orte des Fortschritts ausgezeichnet

Der Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Groschek, hat im Rahmen einer Festveranstaltung im Sitzungssaal des Kreishauses in Minden am 29. Februar 2016 das DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke und das Servicehaus Stemwede als Orte des Fortschritts ausgezeichnet. Beide Einrichtungen aus dem Kreis Minden-Lübbecke gehören zu 31 neuen „Orten des Fortschritts“ in ganz Nordrhein-Westfalen.

Das Ministerium vergibt die Auszeichnung an Einrichtungen, die Ökonomie, Ökologie und Soziales miteinander verbinden und damit einen Fortschritt für die Gesellschaft ermöglichen. In seiner Rede betonte Minister Groschek, dass beide Projekte zeigten, dass Ostwestfalen-Lippe nicht am Rande Nordrhein-Westfalen stehe, sondern im Mittelpunkt. Die Orte des Fortschritts seien der „soziale Kitt für den Zusammenhalt vor Ort. Das DemenzNetz ist Willkommenskultur für Menschen, die Orientierung verlieren und Kümmerer benötigen. Dieses gilt auch für das Servicehaus. Inklusion wird hier nicht verordnet, sondern als Handwerksinitiative verortet“, so Minister Groschek. Als Höhepunkt der Festveranstaltung, an der auch die Landtagsabgeordneten Inge Howe und Ernst-Wilhelm Rahe sowie der Bundestagsabgeordnete Achim Post teilnahmen, übergab Minister Groschek die Auszeichnungsplaketten an die Vertreterinnen und Vertreter beider Projekte.

Landrat Dr. Ralf Niermann freute sich über die Auszeichnung der beiden Projekte: „Die Servicehaus Stemwede ist ganz zu Recht ein Ort des Fortschritts. Dort arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung Seite an Seite in Handel und Handwerk. Menschen mit Behinderungen und sozial benachteiligte Menschen aus der Region erhalten die Chance auf Praktika zur Arbeitserprobung. Das Unternehmen hat sich durch kontinuierliches Engagement einen guten Namen gemacht, indem es die Belange von Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt des Handelns stellt“, so Landrat Dr. Ralf Niermann.
Bezüglich des DemenzNetzes erläuterte der Landrat, dass der Kreis Minden-Lübbecke Partner des DemenzNetzes ist, das mittlerweile über 160 Institutionen, darunter Anbieter von Beratungs-, Behandlungs- und Pflegeleistungen, aber auch 900 in das Netz eingeschriebene Familien im Kreis Minden-Lübbecke zusammenbringt. Die enge Kooperation im Netz ermöglicht individuell passende Angebote, die Erkrankte in ihrem Alltag früh erreichen und ihre Bezugspersonen spürbar entlasten.

Für das DemenzNetz sprachen Thomas Volkening (PariSozial Minden-Lübbecke/Herford), Kerstin Hensel (Diakonisches Werk im Kirchenkreis Vlotho) und Thomas Lunkenheimer (Diakonie Stiftung Salem) ein gemeinsames Grußwort: „Der Aussicht, dass sich auf der einen Seite die Zahl der Neuerkrankungen zukünftig weiter vergrößern wird, steht mit dem DemenzNetz auf der anderen Seite eine Institution zur Verfügung, die die Ressourcen im Kreis Minden-Lübbecke bündelt und deren Leistungen für die betroffenen Menschen und deren Angehörigen so effektiv wie möglich eingesetzt werden“, so die drei Partner. Kai Abruszat, Bürgermeister der Gemeinde Stemwede, würdigte die Leistungen des Servicehauses Stemwede. Er betonte, dass aus seiner Sicht die Auszeichnung das gesamte Konzept des Servicehauses würdigt, „mit dem Ziel, Inklusion immer wieder erlebbar zu machen“.

Landrat Dr. Ralf Niermann ordnete die Orte des Fortschritts in eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ein, die hier im Kreis Minden-Lübbecke einen hohen Stellenwert habe: „Unsere Gesellschaft verändert sich. Das spüren wir nicht nur durch Faktoren, die unser Land von außen kommend verändern, wie zum Beispiel die schutzsuchenden Flüchtlinge, sondern auch am Umgang der Menschen miteinander. Gerade deshalb ist es so wichtig, nach neuen Wegen eines guten Miteinanders zu suchen.“

 

Foto (v.l.n.r.): Thomas Lunkenheimer (Diakonie Stiftung Salem), Thomas Volkening (PariSozial Minden-Lübbecke/Herford), Kerstin Hensel (Diakonisches Werk im Kirchenkreis Vlotho), Minister Michael Groschek, Kai Abruszat (Bürgermeister Gemeinde Stemwede), Lothar Pannen (Servicehaus Stemwede) und Dr. Ralf Niermann (Landrat des Kreises Minden-Lübbecke)

Foto: Dr. Anna Berlit-Schwigon, Kreis Minden-Lübbecke

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