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6 Umgang mit Angst, Trauer und Verabschieden müssen

„Mein Angehöriger lebt doch noch und ich sollte stark sein!
Aber an manchen Tagen bin ich ganz traurig, so, als wäre er schon gestorben!“

„Meine Mutter ist nicht mehr die Mutter, die ich immer hatte!"
Es gibt Momente, da bin ich richtig wütend auf sie! Warum hat sie gerade diese Krankheit und nicht eine andere?! Ich kann mit ihr kein vernünftiges Gespräch führen und manchmal bin ich dann zornig und ungerecht ihr gegenüber. Ich will das gar nicht, aber es kommt doch vor!

„An Tagen wo alles besonders schwierig ist, wünsche ich manchmal, mein demenzkranker Mann wäre schon tot. Dann fühle ich mich richtig schlecht, denn eigentlich sollte ich doch froh sein, dass er noch lebt!“

Demenz wird von den Angehörigen oft als ein Abschied auf Raten erlebt und wie bei jedem Abschied erleben sie unterschiedliche Gefühle. Dies kann von traurig sein bis zornig werden alles sein. In jedem Fall haben diese Gefühle eine Berechtigung.

Es ist wichtig, über die Gefühle zu sprechen und sie nicht in sich zu verschließen.

Verschiedene Angebote geben die Möglichkeit zum Austausch, sei es im Einzelgespräch oder in kleinen Gruppen mit Menschen in gleicher Situation.

6.1 Demenz- und Pflegeberatung

Wenn Sie Beratung zu diesen Themen wünschen können Sie sich an die Anbieter von Demenz- und Pflegeberatung (siehe Kapitel 2 der Netzwerkkarte) wenden.

6.2 Gesprächskreise

Im Kreis Minden-Lübbecke gibt es mittlerweile an vielen Orten Gesprächskreise für Angehörige von Menschen mit Demenz. Angehörige erfahren in den Gesprächskreisen durch den Austausch, dass sie mit ihrer Situation nicht allein sind. Es macht Mut zu sehen, dass andere Menschen genau die gleichen Dinge erleben, die gleichen Sorgen haben, dass auch andere mal wütend werden und danach ein schlechtes Gewissen haben. Aber auch einmal herzhaft zusammen lachen zu können, tut gut.

Die Gesprächskreise leben vom gegenseitigen Austausch, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben untereinander Tipps weiter, die sich als hilfreich erwiesen haben und zum Teil werden sogar Freundschaften geschlossen. Die Gruppe macht sich gegenseitig Mut und entdeckt die Stärken und Fähigkeiten, die in jedem schlummern. Es ist auch gut zu wissen, dass all das, was in der Gruppe besprochen wird, nicht nach außen getragen wird.

 

„Das kann niemand verstehen, der das nicht selbst mitgemacht hat.“
(Erich S., Teilnehmer eines Gesprächskreises)

„Die Gruppe ist für mich wie ein Ventil“
(Herbert K., Teilnehmer eines Gesprächskreises)

 

Die Gesprächskreise werden durch die Kontaktbüros Pflegeselbsthilfe begleitet. Bitte melden Sie sich dort, wenn

• Sie an einem Gesprächskreis teilnehmen möchte oder wenn
• Sie bei der Gründung eines Gesprächskreis unterstützt werden möchten oder wenn
• Sie Fördermittel für einen Gesprächskreis beantragen möchten oder wenn
• Sie Gesprächskreise ehrenamtlich unterstützen möchten.

Kontakt bei der PariSozial Minden-Lübbecke/Herford:

Marie Luise Lapp
Simeonstr. 19
32423 Minden
Tel.: 0571-82802 - 15
Email: marie-luise.lapp@parisozial-mlh.de

Kontakt bei Leben mit Demenz – Alzheimergesellschaft Kreis Minden-Lübbecke e.V.:
Tel : 0571–97 42 967
Fax : 0571–97 42 968
Email: post@leben-mit-demenz.info

6.3 Hospizarbeit

Espelkamp

Hospiz-Initiative Espelkamp e.V.

Ludwig-Steil-Str. 13
32339 Espelkamp

Telefon: 05772 979270

6.4 PAN - Ambulantes Palliativ Netz Kreis Minden-Lübbecke

Menschen, die schwersterkrankt sind und am Lebensende zu Hause verbleiben möchten, brauchen Ansprechpartner, Versorgungsangebote und Informationen, um schmerz-, sorgenfrei und in Würde den Lebensabschied erleben zu dürfen. Das Ziel von PAN ist es, im Kreis Minden-Lübbecke eine umfassende Versorgung für diese Zeit aufzubauen und alle Betroffenen und Beteiligten über die vorhandenen Möglichkeiten zu informieren.

Das Palliativprogramm unterstützt unheilbar erkrankte Menschen, die

  • in ihrer letzten Lebensphase zu Hause bleiben möchten,
  • schmerztherapeutisch gut behandelt,
  • umfassend versorgt und
  • fürsorglich begleitet werden wollen.

Dies gilt auch für Menschen, die in stationären Altenhilfeeinrichtungen ein Zuhause gefunden haben.

Seit 2007 hat jede Bürgerin und jeder Bürger einen Rechtsanspruch auf eine umfassende Palliativversorgung in häuslicher Umgebung. Das Palliativprogramm setzt diesen Rechtsanspruch nach den modernen Leitlinien der Schmerztherapie der Weltgesundheitsorganisation um.

Kreis Minden-Lübbecke

PAN - Ambulantes Palliativnetz Kreis Minden-LübbeckeDaniela Möller-Peck

Bismarckstr. 43
32427 Minden

Internet: www.pan-im-muehlenkreis.de
E-Mail: koordination@pan-im-muehlenkreis.de
Telefon: 0151 50748024