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Lehreinheit Pflege und Gesundheit der FH Bielefeld neuer Partner von DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke

Das DemenzNetz im Kreis Minden-Lübbecke, das die von den NRW-Ministerien für Wissenschaft, Wirtschaft und Städtebau vergebene Auszeichnung „Ort des Fortschritts“ trägt, ist um einen Partner gewachsen. Die Präsidentin der Fachhochschule Bielefeld, Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, unterzeichnete am Freitag, den 5. Mai 2017, auf dem Campus Minden der FH die Charta des DemenzNetzes. „Wir freuen uns, mit den vielen Netzwerkpartnern im Kreis zusammenarbeiten zu können. Die Kooperation trägt dazu bei, unseren Studierenden die Bedeutung von Netzwerkarbeit beim Thema Demenz näherzubringen und damit den konstruktiven Umgang mit dieser Erkrankung zu fördern“, so die Präsidentin.

Um Kooperationspartner zu werden, muss die Charta des DemenzNetzes unterzeichnet werden. Koordinierungsstelle hierfür ist das Sozialamt des Kreises Minden-Lübbecke. Dr. Christian Adam vom Koordinationsbüro zeigte sich erfreut über die Zusage der Hochschule: „Wir freuen uns sehr über die Charta-Zeichnung der Fachhochschule. Nicht nur die Studierenden werden von der Kooperation profitieren, auch die Arbeit des DemenzNetzes wird zukünftig durch die Fachlichkeit der FH gestärkt und befördert werden.“

Das DemenzNetz „ist ein stetig wachsender Zusammenschluss von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen, engagierten Einrichtungen und Diensten sowie Kostenträgern im Gesundheitswesen“, heißt es in der Präambel der Charta, die sich als „Leitlinie und Selbstverpflichtung“ versteht. Wer hier Mitglied wird, setzt sich unter anderem dafür ein, die weit verbreitete Demenzangst durch Demenzfreundlichkeit zu überwinden, den Betroffenen und ihren Familien zu helfen, sich in der Vielfalt des Gesundheitswesens besser zurechtzufinden und solide Informationen zu Erkrankung und Hilfen bereitzustellen.

Prof. Dr. Christa Büker, Pflegewissenschaftlerin der FH Bielefeld am Standort Minden, machte auf die Bedeutung der Kooperation im Rahmen des dualen Bachelorstudiengangs Gesundheits- und Krankenpflege aufmerksam: „Was in dem Netzwerk auf Kreisebene geleistet wird, hat Vorbildcharakter. Die Thematisierung der Bedeutung von Netzwerkarbeit gehört zu einer modernen akademischen Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich dazu. Unsere Lehre wird eine Bereicherung erfahren, indem wir Partner des DemenzNetzes in Seminare und Lehrveranstaltungen einladen. Zugleich kann das Netzwerk von uns profitieren, indem wir beispielsweise mit Studierenden und Netzwerkpartnern gemeinsame Projekte durchführen“. Zu erwarten sei außerdem, so die stellvertretende Studiengangsleiterin, dass durch die Kooperation die Fachhochschule und der Studiengang noch stärker in der Region verankert werden.

Hartmut Emme von der Ahe, der Koordinator der Netzwerkleistungen: „Die Demenz ist eine der wichtigsten pflegebegründenden Diagnosen, wir nennen sie auch die „Krankheit des Vergessens“. Das DemenzNetz bietet auch schon für Menschen in frühen Stadien oder mit Demenzverdacht umfassende Beratungsmöglichkeiten an, so dass Betroffene und ihre Familien alle nötige Unterstützung bekommen können.“ Im Kreis Minden-Lübbecke wird alljährlich bei 1.200 Frauen und Männern die Diagnose „Demenz“ gestellt. Angesichts der demografischen Entwicklung, so die Prognosen von DemenzNetz, wird die Zahl noch weiter ansteigen. Die Erkrankung gilt als „Familienkrankheit, weil sie alle Familienmitglieder und Lebensbereiche über eine mittlere Dauer von zehn Jahren und mehr herausfordert, verunsichert und belastet“, heißt es auf der Internet-Seite des Netzwerks unter www.demenznetz.info.

Thomas Volkening, Geschäftsführer bei der PariSozial Minden-Lübbecke/Herford, stellt heraus: „Schon im Jahr 2005 gab es erste Bemühungen des Trägerverbunds Demenz, vernetzte Versorgungsstrukturen für die Betroffenen zu etablieren.“ 2012 wurde eine Steuerungsgruppe gebildet, die in der Arbeitsgemeinschaft DemenzNetz Kreis Minden-Lübbecke fortgeführt wird. In der Arbeitsgemeinschaft sind alle Akteure und Einzelpersonen engagiert, die dauerhaft Verantwortung für die Ausgestaltung des Netzwerks übernehmen. Hans-Joerg Deichholz, Sozialdezernent des Kreises Minden-Lübbecke, ist stolz: „Mittlerweile profitieren über 1.300 Familien im Kreis regelmäßig von den vielfältigen Leistungen der Netzwerkpartner.“ Im DemenzNetz Kreis Minden-Lübbecke sind aktuell über 184 Dienste und Institutionen zusammengeschlossen, die Unterstützung für betroffene Familien anbieten.

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